Meerschweinchen füttern

Wie man das Meerschweinchen füttern sollte:

 

Jeden Tag ist in regelmäßigen Abständen Frischfutter anzubieten.

Der folgende Plan gibt Beispiele wieder, wie diese aussehen kann.

Es darf variiert werden. Das Wichtigste ist, dass es dem Tier zu fressen erlaubt ist und dass die Menge an die Anzahl der Meerschweinchen angepasst wird. Die nun genannten Beispiele beziehen sich auf EIN Tier.

 

– am Morgen: Frisches Wasser und Heu. Außerdem wird auch frisch gefüttert: Ein Beispiel hierfür wäre: 1/8 Pastinake, ca. 30 Gramm Fenchel und 1/4 Tomate).

 

– am Mittag: Nochmals Frischfutter. Zum Beispiel etwas Gurke (2 cm), 10 cm Sellerie, 1 Brokkoli Röschen. Auch Heu darf angeboten werden.

 

– Nachmittags: Nun folgt die dritte Frischfütterung. Eine kleine Menge Salat, Petersilienwurzel, 1/8 Apfel und eventuell Heu.

– am Abend: die letzte Frischfütterung für den Tag. Ein Blättchen Salat, Möhrengrün, 2 cm Gurke und bei Bedarf Heu.

 

Einmal wöchentlich sollten zusätzlich frische Zweige angeboten werden.

 

 

Was Meerschweinchen nicht essen dürfen

 

Leider gibt es eine ganze Reihe an Nahrungsmitteln, die für die Nager ungeeignet, ja sogar schädlich, bzw. giftig sind. Um welche es sich dabei handelt, gibt der folgende Punkt wieder.

 

Zuerst sei gesagt, dass es sich bei den Meerschweinchen um reine Pflanzenfresser handelt. So wirkt sich eine Ernährung, die davon (stark) abweicht, sehr negativ auf das Tier aus.

 

Obst, das nicht gefressen werden sollte

 

Gemüse spielt zwar eine deutlich wichtigere Rolle für die Vierbeiner, doch hat auch Obst einen sehr hohen Stellenwert. Es enthält sehr viele Vitamine, die gut für das Tier sind. Doch gibt es einiges zu beachten. Kerne, die sich in Steinobst befinden, sind für die Nager tabu. Darin ist Blausäure enthalten, die für die kleinen giftig sind.

 

Außerdem vertragen die Nager keine sauren und exotischen Früchte. Süd- und Zitrusfrüchte sind somit ausgeschlossen. Auf Kiwis, Mandarinen, Zitronen und Orangen ist also zu verzichten. Pfirsiche, Kirschen und Nektarinen enthalten Fruchtfleisch. Dieses darf, wenn überhaupt, nur in sehr geringen Mengen angeboten werden. Es kann bei Meerschweinchen Durchfall auslösen. Reagiert es damit, darf das Tier das Fruchtfleisch künftig nicht mehr fressen. Wichtig ist auch, die Steine vor dem Füttern zu entfernen.

 

Schädliches Gemüse

 

Auch bei Gemüse gibt es, was die Fütterung angeht, erhebliche Unterschiede.

So ist alles, was scharf ist, absolut tabu für die Nager. Dasselbe gilt für Hülsenfrüchte. Spinat und Blattsalate dürfen nur in sehr kleinen Mengen angeboten werden. Sie haben einen hohen Gehalt an Oxalsäure. Zudem weist Salat oft große Mengen an Nitrat auf, was bei anderen Gemüsesorten nicht der Fall ist. Das Grün von Tomaten darf auf keinen Fall mitgefüttert werden. Es muss zuvor entfernt werden.

 

Zu oben genanntem Scharfen Gemüse zählen zum Beispiel Radieschen, Zwiebelgewächse und Chilischoten. Zu den Hülsenfrüchten, die nicht angeboten werden dürfen gehören Linsen, Bohnen und Erbsen. Hier herrscht ein absolutes Fütterungsverbot, da sie in manchen Fällen sogar giftig sein können.

 

Essensreste? Nein danke!

 

Meerschweinchen sind keine Allesfresser! Selbst wenn es Tiere gibt, die am liebsten alles verschlingen würden, so ist davon, aufgrund ihres empfindlichen Verdauungstrakts abzusehen! Gekochte Kartoffeln (ohne Salz!), eine gekochte Nudel oder ähnliches können für Ratten und Hamster eine nette Leckerei zwischendurch darstellen, jedoch nicht für Meerschweinchen! Die einzige Ausnahme darf man bei Salat machen, allerdings nur, sofern dieser kein Dressing enthält. Dann darf der Vierbeiner auch etwas davon abhaben.

 

Ansonsten ist bei Kleintieren generell auf alles zu verzichten, das sehr fettig oder stark gewürzt ist. Hierzu zählen auch Kaninchen!

 

Ungesunde Leckerlis

 

Im Zoofachhandel locken sie mit ihren bunten Fotos und Aufschriften. Auch Sprüche, wie glücklich sie den Nager machen sollen, sind oft darauf zu lesen – abgepackte Leckerlis. Doch in dieser Form sind sie nur selten gesund, auch wenn vielversprechende Inhaltsstoffe angegeben werden. Süßigkeiten sind auch für Kinder nicht das Wahre – das wissen wir, weshalb wir sie nur ab und an und in kleineren Portionen damit beschenken. Genau so sollte das auch mit den Nagern gehandhabt werden. Ansonsten werden die Tiere dick und krank davon. Dazu trägt vor allem der Zucker bei. Doch es gibt gesunde Alternativen: Erlaubtes Obst, Gemüse und Früchte in geringeren Mengen.

 

Altes Brot

 

Es hält sich beständig der Mythos, altes Brot sei förderlich für den Abrieb der Zähne. Das ist aber nicht der Fall. In erster Linie sind Kieferverletzungen und Fehlstellungen im Zahnbereich der Grund für zu lange Zähne. Auch Abszesse können einen Grund darstellen.

 

Doch richtig ist, dass der Zahnabrieb durch langes Fressen verstärkt wird. Doch handelt es sich bei dem entscheidenden Faktor hauptsächlich um die Zeit, die das Tier benötigt, um das Futter aufzunehmen. Wie hart die Nahrung ist, ist weniger ausschlaggebend.

 

Brot ist nicht vorteilhaft für die Schweinchen. Es enthält in manchen Fällen Konservierungsstoffe oder gar Schimmelsporen. Außerdem ist es schwer verdaulich.

 

Die pflanzliche Ernährung, die bei den Tieren zu bevorzugen ist, wird hiermit zudem kaum unterstützt. Sie sollte nur in seltenen Fällen aus Getreide, bzw. Samen und Körnern bestehen. Und wenn, dann nur in geringen Mengen.

 

Stattdessen sollte die Auswahl auf Grün- und Raufutter fallen. Heu und Gräser sind sehr gesund, enthalten viele wichtige Nährstoffe und beschäftigen den Vierbeiner obendrein noch für lange Zeit.

 

Kohl – das ist so eine Sache

 

Bei der Ernährung der Meerschweinchen genießt der Kohl keinen guten Ruf. Allerdings trifft dieser nur teilweise zu. Hier kommt es in erster Linie auf das Verhalten des Besitzers an. Geht er verantwortungsbewusst mit der Fütterung um, kann Kohl für das Tier durchaus positiv sein. Er muss sich nicht automatisch, wie befürchtet, auf gasend auf Kleintiere auswirken. Zudem ist Kohl nicht gleich Kohl. Es gibt verschiedene Sorten. Manche sind verträglicher für die Schweinchen. Als Beispiel ist hier Brokkoli zu erwähnen. Ist das Tier gesund, bewegt sich ausreichend und bekommt eine vielfältige Ernährung angeboten, sind dies gute Bedingungen. Werden sie erfüllt, darf man dem Nager auch Kohl anbieten.

 

Allerdings muss auch hier einiges beachtet werden. Es darf nicht blind darauf los gefüttert werden.

 

So sollte man als Besitzer wissen, welche Kohlsorten schädlich für das Tier sind.

Hier sind alle harten Kohlgewächse zu nennen. Dazu zählen unter anderem Rotkohl, Wirsing und Weißkohl. Allerdings lässt sich das nicht pauschalisieren.

 

Sofern ein Meerschweinchen sehr langsam an die Fütterung gewöhnt wird und obendrein gesund ist, können auch diese Sorten verträglich sein. Das muss vorsichtig und in ganz kleinen Mengen ausgetestet werden. Sie sollten am Anfang nicht größer als ein Fingernagel sein. Reagiert das Tier ohne negative Erscheinungen darauf, darf ihm nach und nach ganz langsam etwas mehr angeboten werden.

 

Kohl ist aber nur als Ergänzung zum Frischfutter anzusehen. Auf keinen Fall darf er zu häufig und in zu hohen Mengen verabreicht werden, oder gar zum Grundnahrungsmittel werden.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ernährung eines Meerschweinchens viel Bedachtheit und Vorsicht erfordert. Es muss sich im Vorhinein gut darüber informiert werden, was für das Tier giftig ist, damit es diese Dinge erst gar nicht zwischen seine Beißer bekommt. Alles, was ungesund ist und/oder dick macht, darf nur selten und in geringen Mengen angeboten werden.